Georgia Jeschke
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Make America great again?

18.03.2017

Das Märchen von den wirtschaftlich unfairen Deutschen.

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Beispiele für das Outsourcing der Produktion von US-Unternehmen in das Ausland.
Heute habe ich mit meiner Tochter neue Sportschuhe gekauft. Die Wahl fiel auf die US-amerikanischen Hersteller VANS und Nike. Dabei bin ich dann auf ein Thema gestoßen, das nichts mit Landes- oder Stadtpolitik zu tun hat.

Dennoch möchte ich darüber berichten, weil mich der Vorwurf des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump stört, Deutschland betreibe gegen die USA einen unfairen Handel. Deutschland würde mehr in die USA exportieren als dort produzierte Waren zu importieren, so Trump.

Rechnerisch könnte ein Aushandelsdefizit der USA gegenüber Deutschland ja richtig sein. Doch mit dem Kauf welcher in den USA hergestellten Produkte könnten wir das überhaupt verändern?

Auf den heute gekauften Schuhen der US-Hersteller fand ich als Herkunftsland „Made in Cambodia“ und „Made in China“ Auch die bei den Jugendlichen gehypten Converse-Schuhe werden in China und Vietnam hergestellt. Das Outsourcing der Produktion (überwiegend nach Asien) ist eine beispiellose Profitmaximierung US-amerikanischer Unternehmen, die sie selbst entschieden haben. Das ist eine inneramerikanische Angelegenheit und nicht unser Problem.

Es sind US-amerikanische Angelegenheiten, nicht die der Deutschen!

Eine einfache Recherche unter US-amerikanischen Produkten, die nicht gerade zum Schnäppchenpreis erhältlich sind und oft genug einen exklusiven Lifestyle beanspruchen und deutlich in Rechnung stellen, zeigt das amerikanische Problem.

Fangen wir an mit Bose-Bluetooth-Lautsprechern u. a. für Smartphones. Die Bose-Soundlink-Lautsprecher sind im hochpreisigen Segment ab etwa 200 Euro angesiedelt. Hergestellt werden sie in Malaysia.

Das Apple iPhone, wird wie andere Produkte des Apple- Konzerns in China produziert. Oft genug wurde in der Presse berichtet über unhaltbare Arbeitsbedingungen beim Auftragsfertiger Foxconn in China. Apple fährt Riesengewinne ein und zahlt nur wenig Steuern in den USA. Natürlich ließe sich das iPhone auch in den USA herstellen und sogar zum selben Preis verkaufen. Nur der Profit des Unternehmens wäre dann eben deutlich geringer. Und Profit zählt (meist).

Vor zwanzig Jahren waren US-amerikanische Notebook-Rechner führend in der Qualität und Performance, aber recht hochpreisig. IBM hat die Computersparte mit ihren legendären ThinkPad-Notebook-Rechnern nach China an LENOVO verkauft. Auch Hewlett-Packard (HP), eine 1939 in einer US-Garage gegründete, exzellente Messtechnikfirma, hatte besonders hochwertige Notebooks hergestellt, die sehr stabil waren und eine hohe Modularität in der wahlfreien Bestückung mit Zusatzakkus und Laufwerken boten. Heute kommen ThinkPads und HP-Notebooks aber auch Microsoft Tablets (Surface) aus China, aber so richtig günstig sind sie dadurch auch nicht geworden.

Der weltweit führende US-amerikanische Netzwerkausstatter Cisco lässt seine Netzwerk-Switches und -Router der Catalyst-Serie , wie auch WLAN-Accesspoints nur in China und nicht mehr in den USA produzieren.

Die kompakten Fahrzeuge des General Motors-Konzerns (GM) werden überwiegend in Korea gefertigt.

BMW exportiert mehr in den USA gefertigte Fahrzeuge als die US-amerikanischen Hersteller!

Sucht man in den USA hergestellte Produkte, die man in Deutschland gut kaufen kann, so landet man bei BMW. Dort werden seit Jahren im Werk Spartanburg die Geländewagen gebaut. - Ich werde aber keine SUV's oder Geländewagen fahren und kann auch auf diesem Wege nicht beitragen zur Verringerung des Außenhandlesdefizites der USA
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Wo kommt der Heinz - Ketchup her?

US-amerikanischer Ketchup?

Jetzt abschließend noch ein Gang an unseren Kühlschrank. Wo kommt eigentlich der Heinz-Ketchup her? Der wird für uns in Holland produziert und eben auch nicht direkt aus den USA zu uns exportiert.

Mein Fazit

Es gibt keinen Beleg, für einen unfairen Handel der Deutschen gegenüber den USA. Die meisten Versuche, US-Produkte als in den USA produzierte Waren zu kaufen, scheitern, weil sehr viele US-Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagert haben. Das ist kein deutsches Problem! Das ist „not great!“ - Hier geht es zurück
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